Station 1, Dorfzentrum
Von der Kuhweide zum Dorf
Bis Mitte der 1970er Jahre grasten hier noch Kühe, floss ein Bächlein dem Kiesweg entlang. Dann setzte ein Wachstumsboom ein: Aus den verstreut liegenden Weilern wurde ein Dorf. Heute bildet dieser Platz den Mittelpunkt von Hünenberg. Vor sich sehen Sie das Zentrum «Heinrich von Hünenberg».
Für die Planung des gemeindlichen und kirchlichen Zentrums mit dem Saal «Heinrich von Hünenberg» und der Kirche Heilig Geist war ein Architekturwettbewerb durchgeführt worden, der vom Zuger Architekturbüro Paul Weber gewonnen wurde.
Bei der Eröffnung des Zentrums im November 1975 zählte Hünenberg rund 2’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Einwohnerzahl wuchs bis ins Jahr 1996 auf über 6’500.
Deshalb und weil die Gemeinde für das gesellschaftliche Leben zusätzliche Räumlichkeiten benötigte, beschloss die Gemeindeversammlung vom 16. September 1996, den Saal zu erweitern und einen Dorfplatz zu gestalten.
Die Erweiterungen betrafen vor allem das Foyer, das vergrössert und mit einer Glasfront Richtung Westen versehen wurde, sowie das markante rotfarbene Garderobegebäude an der Zentrumsstrasse. Mit dem Dorfplatz wurde einBindeglied zwischen Dorf und dem gemeindlichen Zentrum geschaffen. Vorher befand sich hier eine landwirtschaftlich genutzte Wiese.
Am 15. November 1997 konnte das von den Architekten Toni und Josef Käppeli, Cham, realisierte Projekt der Bevölkerung übergeben werden. Gleichzeitig war auch das neue Oberstufenschulhaus Ehret C eingeweiht worden.

Neben dem Zentrum steht die Überbauung Maihölzli mit ihren Läden und dem Restaurant. Sie wurden zusammen mit der Neugestaltung der Chamerstrasse im Jahr 2022 eingeweiht. Seither gilt auf der Hauptstrasse Tempo 30 wie im ganzen Ortskern von Hünenberg.
Hünenberg war übrigens eine der ersten Gemeinden der Zentralschweiz, die Tempo 30 flächendeckend in Wohnquartieren einführte. Damit konnten wichtige Weichen bezüglich Verkehrssicherheit und hoher Wohnqualität gestellt werden.
Fasnacht und andere Feste
Eichefrässer der Eichenzunft
Seit 1976 hat Hünenberg seine eigene Zunft, die Eichenzunft mit ihrem bösen Eichefrässer, der während der schaurig-lustigen Tagen über dem Dorfplatz hängt und schliesslich am Fasnachtsdienstag zum Geschränze der beiden Hünenberger Guggenmusigen Quaker (gegründet 1973) und Coccorico (gegründet 1987) verbrannt wird.
Platz der Partnergemeinden
Der Platz der Partnergemeinden wurde am 13. Mai 2017 offiziell eröffnet. Er dient als Begegnungsstätte und als Zeichen für die Beziehungen zu den zwei Partnergemeinden Banska Stiavnika (Slowakei) und Marly FR.
Banska Stiavnica
An der Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 1998 war der Beitritt der Gemeinde Hünenberg zur Schweizerischen Vereinigung für den Rat der Gemeinden und Regionen Europas beschlossen worden. Gleichzeitig war der Gemeinderat ermächtigt worden, bei Gelegenheit mit einer geeigneten europäischen Stadt oder Gemeinde eine Partnerschaft einzugehen.
Nachdem auch die röm.-kath. Pfarrei im Hinblick auf ihr 25-Jahr Jubiläum im Jahr 2005 eine Verbindung mit einer Partnergemeinde suchte, wurde in der Folge eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der röm.-kath. und evang.-ref. Kirchen sowie der Einwohnergemeinde Hünenberg eingesetzt. Im Vordergrund stand von Anfang an eine Partnerschaft mit einer Gemeinde in Osteuropa.
Nach vielen interessanten Bewerbungen aus dem Baltikum, Ex-Jugoslawien, Polen, der Slowakei etc., schlug die Arbeitsgruppe die slowakische Stadt Banska Stiavnika als Partnergemeinde vor. Gründe für diesen Entscheid waren vor allem die ähnliche Grösse (ca. 10’000 Einwohnerinnen), die noch ländliche Struktur und die interessante Geschichte.

Wegen der architektonischen und kulturhistorischen Kostbarkeiten der Stadt und der Umgebung war Banska Stiavnica nämlich 1993 in das Verzeichnis des UNESCO-Kulturerbes aufgenommen worden. Die beiden Kirchen und der Gemeinderat stimmten dem Vorschlag der Arbeitsgruppe zu.
Nach verschiedenen gegenseitigen Besuchen wurde im Jahr 2004 die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet, einmal in Hünenberg und einmal in Banska Stiavnica. Von 2004 bis 2009 war eine gemeindliche Arbeitsgruppe für die Pflege und Entwicklung der Partnerschaft besorgt.
Marly, Kanton Fribourg
Dem Gemeinderat war es von Anfang an wichtig gewesen, früher oder später mit einer Gemeinde in der französischsprachigen Schweiz eine Partnerschaft einzugehen. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde vom Gemeinderat im Jahr 2008 eine Arbeitsgruppe eingesetzt mit dem Auftrag, einen Vorschlag für eine Partnergemeinde zu unterbreiten.
Die Wahl der Arbeitsgruppe fiel auf die freiburgische Gemeinde Marly, die unmittelbar an die Stadt Fribourg grenzt. Die gegenseitigen Behördenbesuche in Marly und Hünenberg und die weiteren Kontakte verliefen sehr positiv.
Nachdem beide Gemeinden bekräftigten, eine offizielle Gemeindepartnerschaft eingehen zu wollen, wurde die Partnerschaftsurkunde am 2. Oktober 2012 in Marly und am 3. November 2012 in Hünenberg feierlich unterzeichnet.
Text: Patricia Diermeier, Guido Wetli
Fotos: Andreas Busslinger, Thomas Müller
Sponsor: OAB Treuhand GmbH Hünenberg
