Standort-Tafel-17-Weinreben

Station 17, Weinreben

Der Rebberg

Als sich die Hünenberger vor 600 Jahren von Junker Hartmann VIII. und Götz II. von Hünenberg freikauften, gehörte zu den erworbenen Ländereien auch ein Weingarten. Ursprünglich war das Weinrebengelände im Besitz des Klosters Eschenbach LU.

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Früher war der gesamte Südhang hinunter zur heutigen Kantonsstrasse mit Reben bepflanzt. Doch um 1880 wurde der gesamte Rebbestand von der Reblaus fast vollständig zerstört. Der Hang blieb daraufhin über Jahrzehnte unbebaut. Erst 1952 wurde an der hohen Stützmauer erneut ein Rebstock eingepflanzt – ein symbolischer Neuanfang.

Die eigentliche Wiederaufnahme des Weinbaus wagten die sogenannten „Chäppeligenossen“ im Jahr 1980. Sie bepflanzten 18 Aren mit rund 800 Rebstöcken.
Doch schon 1982 machten sich Schafe über die jungen Reben her – der erste Ertrag blieb aus. Ein Jahr später, 1983, konnte dann zum ersten Mal wieder Hünenberger Wein gekeltert werden – ein süffiger Weisswein, bekannt als „Chäppeliwy“.

Im Jahr 2000 erwarb die Gemeinde Hünenberg einen Teil des Rebhangs und erweiterte den Weinberg um weitere 15 Aren. Am Chäppelifest 2003 konnte erstmals der gemeindeeigene „Chäppeliwy“ degustiert werden.

Seit 2011 wird neben dem Weisswein auch ein Rotwein produziert. Dieser gelangt als „Cuvée Chäppeli“ in den Verkauf. Die Kelterung erfolgt bei Peter Schuler auf Schloss Heidegg, hoch über dem Baldeggersee.

Schloss-Heidegg

 

 

"Chäppeli-Wy" und "6331" - die Weine heute

Der nördliche Teil des Rebbergs befindet sich im Besitz der Chäppeligenossen, die sich ganz auf die Rotweinproduktion konzentrieren.
Chäppeli-Wy-rotDas aktuelle Rotwein-Cuvée setzt sich zusammen aus:

  • Zweigelt (40 %)
  • Divico (44 %)
  • Blauburgunder (16 %)

Der Rotwein wird als „Chäppeli-Wy“ vermarktet.

 

 

 

Der südliche Teil des Rebbergs, im Besitz der Gemeinde Hünenberg, wurde im Jahr 2023 an Xaver Werder und Christian Kelter verpachtet. Sie betreiben einen naturnahen Weinbau mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (PIWI) und produzieren neu einen Weisswein aus folgenden Sorten:

Weisswein-Solaris

  • Souvignier gris
  • Sauvignac
  • Solaris

Dieser Weisswein wird unter dem lokalen Label «6331» (Postleitzahl von Hünenberg) vermarktet.

Die Zusammenarbeit der beiden Rebbergpartner basiert auf einer einfachen Vereinbarung, die sicherstellt, dass beide Parteien sowohl Weiss- als auch Rotwein unter ihren jeweiligen Labels verkaufen dürfen.

 

Chappeli-Genossen

Label 6331

Die Weinrebenkapelle

Luftafnahme-der-Weinrebenkapelle

Mitten im Rebberghang, der sich einst bis zum heutigen Mühleweg erstreckte, stand ursprünglich ein einfaches Flurkreuz. Während eines schweren Gewitters im Jahr 1760 schlug ein Blitz ein und zerstörte das Kreuz.

Daraufhin beschlossen die 62 Rebenbesitzer, nicht einfach ein neues Kreuz aufzustellen, sondern eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes zu errichten. 1762 wurde sie unter dem Namen „Maria vom guten Rat“ geweiht.

Schon wenige Jahre nach ihrer Errichtung musste die Kapelle vergrössert werden – so viele Gläubige suchten dort Hilfe und Trost. 1771 wurde der neue Bau eingesegnet. Seither ist die Kapelle ein geschätzter Ort der Andacht und Besinnung.

Bis heute wird jährlich Anfang Juli das Patroziniumsfest, das Chäppeli-Fest, gefeiert.
An Fronleichnam führt bei schönem Wetter eine Prozession von der Kirche Heilig Geist zur Weinrebenkapelle, wo unter freiem Himmel ein Gottesdienst abgehalten wird. 1871, zur Jahrhundertfeier, fand eine grössere Renovation statt.1897 wurden die gemalten Fenster eingesetzt,

Das Türmchen oder genauer «der Dachreiter mit dem barocken Häubchen» ziert seit der Einweihung ein goldenes Kreuz. Die grössere der beiden Glocken wurden 1819 ursprünglich für 198 Gulden von der Bürgergemeinde Hünenberg gespendet. Sie wurde jedoch 1834 eingeschmolzen und neu gegossen. Heute wiegt sie 95 kg, während die kleinere 55 kg schwer ist. Seit 1950 läuten die Glocken elektrisch. Die Orgel wurde 1992 vom Orgelbauer Heinrich Meier erstellt.

Am 5. Juli 1901 schlug erneut ein Blitz ein – diesmal in das kleine Türmchen, das danach wiederaufgebaut wurde.

Die Weinrebenkapelle befindet sich im Besitz von 14 „Chäppeligenossen“ – Familien, deren Vorfahren sich beim Bau der Kapelle zur Pflege und zum Unterhalt verpflichtet haben.
Bis heute tragen sie mit grossem Engagement zur Erhaltung dieses besonderen Hünenberger Kulturguts bei.

Weinrebenkapelle-im-Winterkleid

 

Weinrebenkapelle  und

Weinrebenkapelle (Wikipedia)

Kraftort Weinrebenkapelle

Die Weinrebenkapelle ist mehr als ein historisches Bauwerk – sie gilt als «Ort der Kraft» mit einer natürlichen Energiezone, die nachweislich eine besonders hohe energetische Qualität aufweist.

Das Schiff der Kapelle – also der Hauptraum – erreicht einen Wert von 18’000 Bovis-Einheiten und wird damit als energiereicher Ort eingestuft.
Noch eindrucksvoller ist die Messung direkt unter dem Turm beim Altar:
Dort wurde eine vibratorische Qualität von 24’000 Bovis-Einheiten festgestellt – ein Wert, der als ausserordentlicher Kraftort gilt und eine spirituelle Resonanzebene anspricht.

Solche Kraftorte können das geschwächte bioelektronische Feld des Menschen stärken. Die natürliche Bioenergie des Ortes wirkt dabei unterstützend und aufbauend – sei es in Momenten der Besinnung, der Ruhe oder des persönlichen Gebets.

Kraftort-Weinrebenkapelle

 

Kraftorte in der Region 

Die Umgebung der Weinrebenkapelle

In weiser Voraussicht hat die Gemeinde Hünenberg frühzeitig rund 4’100 Quadratmeter Land rund um die Weinrebenkapelle erworben – um diesen besonderen Ort vor einer möglichen Überbauung zu schützen.

Lange Zeit verfügte die Kapelle über keine Infrastruktur – insbesondere fehlten Toilettenanlagen. Erst 2010 wurde der neu gestaltete Platz mit einer holzverkleideten WC-Anlage, einem kleinen Spielplatz mit dem markanten Einhorn sowie einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach eingeweiht.

Der chaussierte Platz bietet heute Raum für Gottesdienste unter freiem Himmel, Feiern oder Apéros nach Hochzeiten – mit der Kapelle als eindrucksvoller Kulisse.

Von der Kapelle aus eröffnet sich ein weiter und eindrucksvoller Panoramablick:

  • vom Pilatus über den Lindenberg mit dem Horben
  • bis zum Mutschellen bei Bremgarten

Im Talgrund fliesst die Reuss, die das aargauische Freiamt vom zugerischen Unterhünenberg trennt. Dazwischen liegen verstreut die Bauernhöfe, eingebettet in die fruchtbaren Äcker – eine Landschaft, wie aus dem Bilderbuch.

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Quellen:  „Hünenberg – Geschichte und Geschichten einer Zuger Gemeinde“ von A. Setz- Frey, U. Ess und K. Meyer, 2. Auflage von 1998, Blanche Merz, Orte der Kraft in der Schweiz, AT-Verlag,1999, K. Meyer: die Weinrebenkapelle Hünenberg, Kunst und Geschichte, 2012

 

Text:        Patricia Diermeier, Fritz Schmid (ehemaliger Kaplan zu St. Wolfgang 1931-2011), Louis Suter, Guido Wetli

Fotos:      Thomas Müller, Archiv (schwarz-weiss Bild)

Sponsor:  Chäppeligenossenschaft und Label 6331

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