Station 18, Maihölzliwald
Der Maihölzliwald
Der Maihölzliwald gehört zu jenen Grundstücken, die die Hünenberger beim Loskauf von 1414 von den Rittern von Hünenberg erworben haben (siehe Station #14 – Wart).
Damals wurde das Gebiet noch als Eichhölzli- oder Eichholzwald bezeichnet – ein Hinweis auf die grosse Anzahl wertvoller Eichen, die hier einst wuchsen. Erst seit 1879 ist der Name «Maihölzli» geläufig.
Heute dient der Maihölzliwald als beliebtes Naherholungsgebiet – mit Feuerstelle, Finnenbahn und zahlreichen Wegen zum Spazieren, Joggen oder einfach zum Durchatmen in der Natur.

Die Entstehung des Waldfriehofes
Bevor der Waldfriedhof gebaut wurde, fanden die Beerdigungen der Hünenberger Bevölkerung auf dem Friedhof in Cham statt. Verstorbene, die in der Nähe von St. Wolfgang lebten, wurden bis 1952 direkt bei der gleichnamigen Kirche beigesetzt.
Die idyllische Lage im Maihölzliwald inspirierte in den 1970er-Jahren die Friedhofkommission unter der Leitung des damaligen Gemeindepräsidenten Hermann Unternährer, einen eigenen Waldfriedhof für Hünenberg zu planen. Der Leitgedanke lautete: „Im Wald sind Ruhe und Trost, Erinnerung und Hoffnung.“

Am 1. November 1974 wurde der Friedhof feierlich eingeweiht.
Die Anlage wurde vom Landschaftsarchitekten Dölf Zürcher sel. aus Oberwil bei Zug geplant. Das markante Hünenberger Kreuz wurde vom Bildhauer Josef Nauer aus Freienbach SZ geschaffen – finanziert von Josef Werder.
Der Hünenberger Waldfriedhof ist bewusst naturnah gestaltet.
Daher gelten klare Vorgaben für die Grabgestaltung:
- Keine Einfassungen der Gräber
- Keine Abdeckungen mit Kies, Glas, Steinen oder Holzschnitzeln
- Nur heimische Pflanzen sind erlaubt
Diese Regeln unterstreichen den Charakter des Ortes als Rückzugs- und Erinnerungsraum im Einklang mit der Natur.
Zum 20-Jahr-Jubiläum der Pfarrei Heilig Geist entstand auf dem Gelände der Kirche und des Waldfriedhofs ein besonderer Lebensweg:
- Fünf Bronzestationen des Künstlers Mundy Nussbaumer
- Vier Zeichen in Eichenstämme geschnitzt vom Bildhauer René Büchi
Diese Werke fügen sich sanft in die Umgebung ein und laden ein zur Reflexion über Leben, Abschied und Hoffnung.
Weitere Informationen zum Waldfriedhof
Wieso ein Waldfriedhof
Friedhöfe erfüllen vielfältige Aufgaben: Sie sind nicht nur Orte der Trauer und Erinnerung, sondern auch Erholungsräume und Rückzugsorte, sie fördern die ökologische Vielfalt und tragen zur Lebensqualität einer Gemeinde bei.
Im idyllisch gelegenen Hünenberger Waldfriedhof wird der natürliche Kreislauf von Werden und Vergehen auf eindrückliche Weise sichtbar und spürbar.
Hier nimmt die Natur den Menschen behutsam zurück. Wandlung geschieht ohne Hektik, die Umgebung lädt ein zu Stille, Trauer und Nachdenken über das eigene Leben.
Die Atmosphäre auf dem Waldfriedhof soll ruhig und beschaulich bleiben.
Dazu tragen auch die klar definierten und bewusst zurückhaltenden Gestaltungsrichtlinien bei:
- Grabmäler und -flächen dürfen nicht dominieren,
- es sind nur heimische Pflanzen erlaubt,
- Materialien wie Kies, Glas, Steine oder Holzschnitzel sind nicht zugelassen.
Diese Regeln dienen dem Erhalt eines harmonischen Gesamtbildes und schützen den Charakter des Friedhofs als Ort der inneren Einkehr und des natürlichen Gleichgewichts.
Das Land, auf dem der Waldfriedhof angelegt ist, gehört der römisch-katholischen Kirchgemeinde Cham-Hünenberg. Die Einwohnergemeinde Hünenberg entrichtet einen Pachtzins und ist für die Gestaltung und Verwaltung des Friedhofs zuständig
Das Gemeinschaftsgrab
Das Gemeinschaftsgrab auf dem Hünenberger Waldfriedhof wurde im Jahr 1997 angelegt. Die erste Beisetzung erfolgte 1998.
Die Urnen werden im Grabfeld hinter dem Kreuz beigesetzt. Die Bestattungen können anonym erfolgen oder – auf Wunsch – durch eine Namensgravur auf einem der Quadersteine gekennzeichnet werden.
Die fortschreitende Individualisierung der Gesellschaft, der demografische Wandel und die Veränderungen in der Religionslandschaft zeigen, dass sich auch die Trauerkultur im Wandel befindet.

Immer häufiger wünschen sich Angehörige alternative Formen der Beisetzung, insbesondere nach einer Kremation, auch ausserhalb traditioneller Friedhöfe.
Gleichzeitig wird ein wachsender Anteil der Bevölkerung mit nicht-christlicher oder keiner religiösen Zugehörigkeit sichtbar – insbesondere mit Blick auf die zunehmende muslimische Bevölkerung. Dies stellt neue Anforderungen an die Gestaltung und Nutzung von Friedhofsanlagen.
Ein Blick auf die Konfessionszugehörigkeit der Hünenberger Bevölkerung zeigt den Wandel deutlich (Angaben in Prozent):
Konfession | 2012 | 2023 |
Römisch-katholisch | 59 % | 46.4 % |
Evangelisch-reformiert | 19 % | 14.3 % |
Andere / Konfessionslos | 22 % | 39.3 % |
Die Kirche Heilig Geist
Bis ins Jahr 1975 gab es in Hünenberg Dorf keine eigene Kirche. Für Gottesdienste pilgerten die Gläubigen nach St. Wolfgang oder Cham.
Einen entscheidenden Impuls zur Veränderung setzte Pfarrer Josef Wicki (1908–1976). 1969 organisierte er gemeinsam mit der Gemeinde einen Kirchen- und Saalbazar. Fast 250’000 Franken kamen dabei zusammen – das Startkapital für den späteren Bau der Kirche, die schliesslich 2.5 Millionen Franken kostete. Die Planung übernahm der Zuger Architekt Paul Weber.

Am 15. November 1975 wurde die Kirche Heilig Geist vom Bischof von Basel, Anton Hänggi, feierlich eingeweiht.
Im Kirchturm hängen fünf Glocken, jede mit ihrer eigenen Widmung:
- Heilig Geist-Glocke
- Bruder-Klausen-Glocke
- Marien-Glocke
- Glocke zu Ehren von Papst Johannes XXIII.
- Schutzengel-Glocke
Das Geläute kann <a «=»» href=»https://youtu.be/QeavD5G_v6A» target=»_blank» rel=»noopener»>hier angehört werden.
Ursprünglich war für den Turm keine Uhr vorgesehen – was viele Hünenbergerinnen und Hünenberger störte. Die Posthalter-Geschwister Pia und Edwin Bütler nahmen sich dieses Wunsches an. Zum 20-Jahr-Jubiläum spendeten sie 1995 eine Turmuhr, gefertigt vom Surseer Turmuhrenbauer Jakob Muri. Seither ziert die Uhr den einst «nackten» Turm und ist Ausdruck lebendiger Verbundenheit mit der Gemeinde.
Die Pfarrkirche Heilig Geist präsentiert sich als schlichter, harmonischer Sakralbau, der Ruhe und Weite ausstrahlt. Die dominierenden Baumaterialien – Holz, Beton und Schiefer – verleihen dem Kirchenraum eine naturnahe, zeitlose Atmosphäre. Die Sitzbänke sind in vier Gruppen angeordnet, alle zum Altar hin ausgerichtet. Die Kirche bietet Platz für rund 600 Personen.

Der Altarraum wurde vom Schwyzer Bildhauer Josef Rickenbacher (1925–2004) gestaltet. Er schuf auch die eindrückliche Darstellung des heiligen Antonius sowie den Taufstein. Ein besonderes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit:
Der Altartisch aus Eichenholz ist ein Geschenk der reformierten Mitchristen von Hünenberg.
Anstelle eines traditionellen Kreuzwegs schuf der Luzerner Künstler Mundy Nussbaumer einen «Lebensweg» – bestehend aus fünf Bronzeskulpturen, die vor der Kirche aufgestellt sind.
Sie laden zum Innehalten und Nachdenken über die Stationen des menschlichen Lebens ein – von der Geburt bis zur Hoffnung über den Tod hinaus.
Mit der eigenen Kirche wurde Hünenberg zu einer eigenständigen Pfarrei. Als erster Pfarrer im Dorf amtete Markus Fischer (1937- 2018). 1993 wurde er vom Regierungsrat zum Domherrn des Kantons Zug ernannt und führte dieses Amt bis 2004 aus. Domherr Markus Fischer und Pfarrer Josef Wicki sind Ehrenbürger von Hünenberg.
Mit der Kirche Heilig Geist wurde Hünenberg zur eigenständigen Pfarrei.
Erster Pfarrer der neuen Pfarrei war Markus Fischer (1937–2018). Er prägte das kirchliche Leben in Hünenberg über viele Jahre mit grossem Engagement. 1993 wurde er vom Zuger Regierungsrat zum Domherrn des Kantons Zug ernannt – ein Amt, das er bis 2004 mit Würde und Hingabe ausübte.
Neben Pfarrer Josef Wicki, dem Initiator des Kirchenbaus, wurde auch Domherr Markus Fischer zum Ehrenbürger der Gemeinde Hünenberg ernannt – als Ausdruck des Dankes für ihr herausragendes Wirken.
Mehr zur Pfarrei Heilig Geist
Text: Patricia Diermeier, Urs Felix, Guido Wetli
Fotos: Thomas Müller Zug
Sponsor: Pfarrei Heilig Geist Hünenberg
