Station 25, Huobstrasse
Huob, Zythus, Chämleten und Kemmatten - vom Dornröschenschlaf zum Ortsteil "Hünenberg See"
Am Ende der Huobstrasse steht ein stattlicher Bauernhof, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
Der Begriff „Hueb“ (oder „Huob“) bezeichnete damals einen Bauernhof mit 40 bis 80 Jucharten, was rund 14 bis 28 Hektaren entspricht.
Lange Zeit lag dieses Gebiet in einem Dornröschenschlaf: Die wenigen Häuser wurden in praktischer Hinsicht von Cham aus betreut – ob Post, Telefon, Wasser oder Abfallentsorgung. Auch die Kinder besuchten die Schulen in Cham.
Von "6330 Cham" zu "6333 Hünenberg See"
Das früher dünn besiedelte Gebiet von Hünenberg See war über lange Zeit postalisch mit der Gemeinde Cham verbunden – die offizielle Postanschrift lautete:
„6330 Cham“.
In den 1970er-Jahren setzte ein starker Bauboom ein, und mit ihm entstanden neue Wohnquartiere wie:
- Zythus
- Zythusmatt
- Chämleten
Und damit wuchs auch das Bedürfnis nach eigener Identität und klarer Zugehörigkeit zur Gemeinde Hünenberg.
Bereits ab 1979 setzte sich der Gemeinderat Hünenberg bei der Schweizerischen Post wiederholt dafür ein, dem stark wachsenden Gemeindeteil eine eigene Postadresse zu verleihen. Ziel war es, auch auf dem Briefumschlag sichtbar zu machen, was im Alltag längst Realität war: Hünenberg See gehört zu Hünenberg.
Doch die Bevölkerung am See goutierte das Vorgehen nicht: Eine Umfrage Ende der 1990er-Jahre ergab, dass zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner an der bisherigen Adresse „6330 Cham“ festhalten wollten.
Erst am 1. September 2008 wurde das Seegebiet auch namentlich Teil von Hünenberg:
Mit der Einführung der neuen Postadresse „6333 Hünenberg See“ erhielt der Ortsteil seine eigene Identität – als offizielle Bezeichnung und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinde Hünenberg.
Bekanntheit über die Gemeindegrenzen hinaus erlangte Hünenberg See im Jahr 2000 mit dem ersten Internethaus der Schweiz: In der Wohnüberbauung „Parksiedlung Huobhalde“ wurde das Projekt „FUTURELIFE“ realisiert – ein Zukunftshaus, das ab November 2000 von einer Familie bewohnt wurde. Im Haus waren rund 50 hochmoderne Hightech-Anlagen und -Einrichtungen im Gesamtwert von etwa 1,5 Millionen Franken installiert. Ziel war es, der Öffentlichkeit Einblick in die Wohn- und Lebenswelt von morgen zu geben – sowohl über das Internet als auch bei Besuchen vor Ort.
Im Jahr 2004 genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger beider Gemeinden das gemeinsam entwickelte Entwicklungskonzept Enikon–Eichmatt–Zythus. Dieses Konzept legte den Grundstein für:
- den Bau der heutigen Eichmattstrasse
- die geplanten Wohnüberbauungen entlang Eichmatt-, Huob- und Feldstrasse

Die Eichmattstrasse spielt heute eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der geplanten Umfahrung Cham–Hünenberg (UCH) – vgl. Station #36 – Ehret. Sie soll künftig als Zubringerstrasse für die Quartiere in Hünenberg See, die Chamer Seequartiere und die Entlastung des Chamer Dorfzentrums dienen.
Ein Schulhaus für zwei Gemeinden

Cham und Hünenberg liegen hier am See besonders nah beieinander – das zeigt sich auch in der Geschichte ihrer Schulinfrastruktur.
Bereits 1968 planten die beiden Gemeinden in Kemmatten ein gemeinsames Primarschulhaus für Kinder aus Cham und Hünenberg. Doch weil es damals noch zu wenig Kinder gab, wurde das Projekt nicht realisiert – einzig ein Kindergartentrakt für Hünenberger Kinder wurde gebaut.
Erst 1979 erhielten die Kinder aus Hünenberg See ihr eigenes Primarschulhaus: Ein schlichter Pavillonbau in Kemmatten – ohne Beteiligung der Gemeinde Cham.

2009 wurde der lang gehegte Traum schliesslich Wirklichkeit:
Mit dem Bau des Primarschulhauses Eichmatt entstand ein gemeinsames Schulhaus – direkt auf der Gemeindegrenze, offen für Kinder aus Cham und Hünenberg.
Das Schulhaus war ein Pionierprojekt:
- Es war das erste Schulhaus dieser Grösse in der Schweiz, das im Minergie-P-Standard gebaut wurde
- Es steht bis heute als Symbol für gelebte Zusammenarbeit zwischen zwei Gemeinden
Mehr zur Schulgeschichte von Hünenberg: Station #8 Mattenschulhaus.
Und zu den weiteren Schulhäusern
- Rony – Station #15
- Ehret – Station #36
Photovoltaik
Auf dem Dach des Primarschulhauses Eichmatt wurde bei der Eröffnung die grösste Solaranlage im Kanton Zug installiert (Stand zur Bauzeit).
Sie erzeugt jährlich rund 65’000 kWh Strom – genug, um 12 Haushalte mit sauberer Energie zu versorgen.

