Standort Tafel 26 Zythus (Bei der Stadtbahnhaltestelle)

Station 26, Zythus

Das Zythus im "Zythus"

Das Gebiet rund um die beiden Hochhäuser, die ZVB-Haltestellen und die Stadtbahn trägt heute den Namen «Zythus».
Namensgeber war jedoch nicht die moderne Bebauung, sondern ein älteres Haus an der Luzernerstrasse 104, im Dreieck zwischen Luzerner- und Huobstrasse.

Das Gebäude wurde vermutlich 1759 vom Kunstmaler Jakob Bütler erbaut. Er ist bekannt als Maler des rechten Seitenaltars der Kirche Cham – und hat sich sogar auf einer Ofenplatte im Haus selbst verewigt.

Das alte Zifferblatt am Zythus

Ursprünglich hiess das Haus «Kemleten» und war ein Bauernhaus. Erst als im Laufe der Zeit an der Dachlukarne ein grünes, hölzernes Zifferblatt angebracht wurde – ursprünglich nur zu Dekorationszwecken – bekam das Haus seinen neuen Namen: «Zythus».

Der Clou: Die Uhr funktionierte gar nicht. Erst 1950 wurde ein tatsächliches Uhrwerk eingebaut – ein gebrauchtes Modell von 1919 aus Interlaken. Gleichzeitig wurde das Zifferblatt ersetzt.

Zythus-mit-Uhr

Im Zuge der Gesamterneuerung im Jahr 2000 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Heute funktioniert das Uhrwerk als moderne Funkuhr – und muss nicht mehr von Hand aufgezogen werden.

Nach der Familie Bütler bewohnten das Haus unter anderem Ratsherr Balthasar Suter und Maria Baumgartner sowie Caspar Luthiger und Luise Hausheer. Im Jahr 1930 kaufte August Gretener sen. das Haus – seither ist es im Besitz der Familie Gretener.

Zythus-von-1759

Bildlegende für das alte Foto:

Das «Zythus» Ende des 19. Jahrhunderts – gut sichtbar das hölzerne Zifferblatt in der Lukarne. Die Nebengebäude im Hintergrund – eine Trotte mit Keller, ein Holzschopf und der Schweinestall – wichen später einer Überbauung. Die Luzernerstrasse war zu jener Zeit noch ungeteert.

Zythus und Chämleten

Zythau-Türme

Mit dem Bau der beiden Zythus-Hochhäuser im Jahr 1974 begann die städtebauliche Entwicklung des heutigen Hünenberg Seegebiets. Die markanten Gebäude galten lange als Wahrzeichen von Hünenberg See – für ihre Zeit waren sie äusserst modern: mit geheiztem Hallenbad neben der Tiefgarage und einem hauseigenen Restaurant.

Ein weiterer Bevölkerungsschub erfolgte ab 1993 mit dem Bau der Wohnsiedlung „Chämleten“, die in drei Etappen bis 1999 realisiert wurde.
Die Siedlung besticht durch ihre Aussicht auf den Zugersee, die Stadt Zug und den Zugerberg – und wurde 1996 mit dem Prädikat «guter Bau» ausgezeichnet. Heute ist die Bevölkerung von Hünenberg See nahezu gleich gross wie die des Hünenberger Dorfs.

Im Zuge des Bevölkerungswachstums setzte der Gemeinderat bei der Entwicklung der Chämleten-Siedlung durch, dass ein Verkaufsgeschäft für den täglichen Bedarf realisiert werden muss.

Die Einfache Gesellschaft Chämleten (bestehend aus Aula AG und Käppeli Liegenschaften AG, beide Cham) erstellte 1998 einen Verkaufspavillon auf der Wiese zwischen Luzernerstrasse und SBB-Bahnlinie. Dieser wurde 2005 durch einen festen Bau ersetzt.

Aktuell findet man im Zythus ein grosses Angebote für die Nahversorgung:

Zythusareal

Mit dem Bau der Stadtbahnhaltestelle Zythus entstand auch der heutige Parkplatz als Park-and-Ride-Anlage. Im Zuge dieser Entwicklung wurde zudem am Rand der Anlage ein gemeindlicher Ökihof realisiert, die Entsorgungsstelle für die Bevölkerung.


Weitere Informationen zur Stadtbahn Station #30 – Dersbach.

Text:        Patricia Diermeier, Guido Wetli

Fotos:      Thomas Müller

Sponsor:  FDP Hünenberg

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