Station 28, Badi Hünenberg
Die Badi Hünenberg

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein besass die Gemeinde Hünenberg kein eigenes Land am Zugersee. Das änderte sich im Jahr 1934, als sich eine einmalige Gelegenheit bot:
Nach dem Rückzug der Nestlé & Anglo-Swiss (Milchsüüdi) aus Cham musste auch deren Direktor Ochsner den Standort wechseln. Er besass auf Hünenberger Boden ein 5’100 m² grosses Grundstück mit 76 Metern Seeanstoss – ideal für ein Strandbad.
Der Gemeinderat wollte das Grundstück unbedingt für die Erstellung eines öffentlichen Strandbads erwerben. Nach zähen Verhandlungen wurde ein Kaufpreis von 25’000 Franken (4 Franken pro m²) vereinbart – ein Betrag, den der Gemeinderat als zukunftsweisende Investition verteidigte.
Am 19. August 1934 stimmte die ausserordentliche Gemeindeversammlung dem Kauf zu. Am 20. Juni 1937 wurde die Badeanlage Kemmatten – heute Badi Hünenberg – feierlich eröffnet.
Aus dem Amtsblatt vom 19. Juni 1937
„Die Badeanlage ist geöffnet an Werktagen ab 13 Uhr, an Sonntagen ab 12 Uhr:
- An Werktagen von 13 bis ca. 20 Uhr
- An Sonntagen von 12 bis ca. 20 Uhr.
Die Badeanlage ist ausschliesslich reserviert:
- Für weibliche Personen: Dienstag und Donnerstag von 13 bis ca. 20 Uhr und Freitag von 16 bis ca. 20 Uhr.
- Für männliche Personen: Mittwoch und Samstag von 13 bis ca. 20 Uhr.
- Für die Schulen: Montag und Freitag von 13 bis 16 Uhr
- Für erwachsene Personen: Sonntag von 12 bis ca. 20 Uhr.
In der Badeanlage haben sich die Badenden an die Vorschriffen und Reglemente zu halten und sich den Anordnungen des Badmeisters zu fügen. Zuwiderhandelnde werden gebüsst.»
Erweiterungen und Sanierungen der Badi Hünenberg im Laufe der Zeit
1963 – Erweiterung mit Fokus auf Sicherheit und Kinderfreundlichkeit:
- Lernschwimmbecken & Kinderplanschbecken mit Wasserspeier
- Neuer, sicherer Sprungturm nach Beratung mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung
- Installation eines Flosses
1985 – Provisorische Erweiterung von Kiosk & Restaurant
1994 – Neues Betriebs- und Garderobengebäude (Kosten: CHF 1,48 Mio.)
1998 – Zwei Beachvolleyballfelder auf Initiative des Volleyclubs Hünenberg
2012/13 – Ökologische Uferaufwertung:
- Kies- und Sandstrand
- Holzdeck für Sonnenhungrige
- Betonliegen
2020 – Sanierung Lernschwimmbecken


2025 –Sanierung Kinderplanschbecken
Seit einigen Jahren ist die Badi Hünenberg nicht nur ein Ort zum Schwimmen und Entspannen – sie hat sich auch zu einem beliebten Treffpunkt für kulturelle Anlässe entwickelt. In den Sommermonaten finden regelmässig Events und Konzerte direkt am Seeufer statt – mit Livemusik, Open-Air-Stimmung und Sonnenuntergang inklusive.
Barfussweg und Boccia
Direkt vor der Badi Hünenberg liegt der Landtwing-Park, ein kleines, öffentlich zugängliches Naherholungsgebiet, das die Gemeinde in den 1990er-Jahren erwerben konnte.
Im Jahr 2011 legten die Angestellten der Einwohnergemeinde Hünenberg hier mit viel Engagement einen Barfussweg an. Er lädt Jung und Alt dazu ein, den Boden unter den Füssen zu spüren – unentgeltlich und ganz natürlich.

Wer lieber spielt statt geht: Im Park befindet sich auch eine Pétanque-Bahn. Die passenden Kugeln können bequem in der Badi Hünenberg gemietet werden.
Sportliches Zentrum
Das Gebiet rund um die Badi Hünenberg hat sich zu einem kleinen sportlichen Zentrum entwickelt – mit Angeboten für alle Altersgruppen und Interessen.
Tennisclub Hünenberg
Direkt gegenüber der Badi befindet sich der Tennisclub Hünenberg, der auf gemeindeeigenem Land im Baurecht sechs Tennisplätze sowie ein öffentlich zugängliches Clubhaus betreibt.
- Gründung: 1983 (zunächst im Gebiet Bösch)
- Neuanlage: 1995 erbaut, seither mehrfach erweitert
- Mitgliederzahl: Über 500 – einer der grössten Sportvereine der Gemeinde
Die Anlage ist nicht nur sportlich aktiv, sondern auch ein Ort der Begegnung – mit Trainings, Turnieren und einem aktiven Clubleben. Das Bistro ist öffentlich.
Multisportplatz für alle
Gleich neben dem Tennisclub liegt auf gemeindeeigenem Land ein multifunktionales Minispielfeld, das die Gemeinde 2008 realisieren konnte.
Es handelt sich um einen Allwetterplatz, nutzbar für:
- Fussball
- Basketball
- und weitere Ballsportarten
Das Projekt wurde unter anderem vom Schweizerischen Fussballverband mitfinanziert

Text: Patricia Diermeier, Guido Wetli
Fotos: Andreas Busslinger, Alphons Gut, Heinz Odermatt, Thomas Müller
Sponsor: Drogerie Schleiss
