Standort Tafel 30 Dersbach

Station 30, Dersbach

Dersbach

Die Bezeichnung dieses Ortsteils dürfte sich von dem mittelhochdeutschen «Teris-bach», «Teres-bach» ableiten, was so viel wie «Bach des Terin» bedeutet.

Den Dersbach haben Sie vorhin überquert. Er verläuft vom Langholzwald bis zum Zugersee.

Dersbach

Überbauung statt Apfelbäume

Da, wo heute die Überbauung Eichrüti und die prämierten Reihenhäuser Chämleten weiter nördlich stehen, wurden Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Jonathan-Äpfel Europas angebaut. Gepflanzt hatte sie der amerikanische Unternehmer George Ham Page, der 1880 in die Langrüti einzog.

Mehr zu George Page und der Anglo-Swiss Milk Company bei den Stationen #31 / #32 – Langrüti.

Anschluss an das SBB-Netz

Die erste Eisenbahnlinie zwischen Luzern und Zürich wurde bereits 1864 eröffnet – doch die Züge der SBB fuhren jahrzehntelang an Hünenberg vorbei, ohne Halt.

Die Wende kam mit der Vision von Martin Bütikofer, der in Hünenberg See wohnt, der heute Direktor des Verkehrshauses Luzern ist. Er entwickelte die Idee einer Stadtbahn in einer Studienarbeit. Später – als Leiter des kantonalen Amts für öffentlichen Verkehr – konnte er diese Vision Schritt für Schritt umsetzen.

Stadtbahn-mit-Zythus-im-Hintergrund

Am 12. Dezember 2004, mit dem Fahrplanwechsel, war es soweit: Die erste Etappe der Stadtbahn Zug ging in Betrieb – und Hünenberg erhielt zwei eigene Haltestellen auf dem Netz der SBB:

  • Hünenberg Zythus
  • Hünenberg Chämleten

Bei der Haltestelle Zythus war nur ein Gleis verfügbar – ein sogenanntes Stumpengleis musste eingerichtet werden, um schnelleren Zügen die Durchfahrt zu ermöglichen. Deshalb wurde in Chämleten eine Haltestelle mit Ausweichgleis gebaut.

Der Fahrplan bei der Eröffnung:

  • In Cham hielten vier S-Bahnen pro Stunde
  • In Zythus waren es drei Halte pro Stunde
  • Zwei Stadtbahnzüge verkehrten weiter via Rotkreuz ins Freiamt
  • In Chämleten benutzte ein Zug stündlich das Ausweichgleis zur Kreuzung

2006 wurde die Strecke Cham–Freudenberg (bei Rotkreuz) auf Doppelspur ausgebaut. Damit wurde die Leistungsfähigkeit der Stadtbahnlinie weiter verbessert – Hünenberg war nun voll im Taktverkehr eingebunden.

 

Weitere Informationen
Stadtbahnzug.ch

Kanton: Stadbahn Zug

Wikipedia.org: Stadtbahn Zug

Die S-Bahn-Haltestellen

Stadtbahn-Haltestelle-Zythus

2008 wurde das Stadtbahn-System mit dem Brunel Award für herausragendes Design und Architektur im Bahnwesen ausgezeichnet.

Die Haltestellen, entworfen von Leutwyler Partner Architekten Zug, überzeugten die internationale Jury der Watford Group durch:

  • eine klare, einfache Formensprache,
  • gute Übersichtlichkeit und Orientierung,
  • eine gelungene Intermodalität (Bahn und Bus)
  • und eine signifikante Gestaltung, die auch im suburbanen Raum wirkt.

„Diese Kleinstationen im Vorstadtbereich zeichnen sich durch die einfache und klare Formensprache, durch Intermodalität, durch Übersichtlichkeit und durch die Signifikanz im Erscheinungsbild aus.“
– Auszug aus dem Jurybericht

Die Brunel Awards wurden 1985 ins Leben gerufen und gelten als weltweit wichtigste Auszeichnung für Design im Bahnwesen.

Stadtbahnhaltestelle-Chämleten

Haltestellen Stadtbahn Zug

Der erste Bus in Hünenberg

Am 29. Mai 1965 war es endlich so weit: Hünenberg erhielt Anschluss ans Netz der Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB) – und das wurde gebührend gefeiert!

Klaus Meyer, damaliger Lehrer und späterer Dorfhistoriker, erinnert sich lebhaft an diesen besonderen Samstag:

Es war ein regnerischer Samstag. Damals wurde am Samstag noch Schule gehalten, doch von Unterricht war nicht viel zu spüren.

Die rund 200 Hünenberger Schulkinder fieberten dem Empfang der vier neuen ZVB-Busse entgegen. Die zehnköpfige Lehrerschaft (sie haben recht gelesen, zehn Lehrpersonen zählte damals Hünenberg) hatte alle Hände voll zu tun, die Mädchen und Knaben, alle im Sonntagsstaat, links und rechts der Chamerstrasse geordnet aufzustellen und ihnen ein Zuger- oder Schweizerfähnchen in die Hände zu drücken.

Das Dorf war beflaggt. Der Männerchor und die Musikgesellschaft hatten sich unter dem vorragenden Scheunendach der damaligen Degenscheune zum Empfang bereitgestellt.

Doch die ZVB-Busse hielten sich nicht an den Zeitplan. Man wurde ungeduldig. Die Zuger Nachrichten berichteten, weshalb. Sie schrieb:

Sie kommen!

Gegen vier Uhr gab der Degenwirt die neueste „Lagemeldung“ durch: Die Busse mit den Herren des Verwaltungsrates, den Behördenvertretern und Gästen seien soeben im Kreuz in Cham weggefahren. Mit etwas Verspätung allerdings…..

Wirklich, bald darnach kurvte der erste Bus beim Schmiedheim in die Chamerstrasse. Die Kinder jubelten und schwenkten wie wild ihre Fähnchen. Die Musikgesellschaft schmetterte den Willkomm-Marsch unter das Degenscheunendach, und aus den Bussen nickten die hohen Herren (so viel ich mich erinnern konnte, waren keine Frauen dabei) den Hünenbergern freundlich zu.

Ganz ohne Damen ging es allerdings doch nicht vorbei: Acht Ehrendamen kredenzten kühlen Weissen. 29 Mai 1965 erster B fährt in Hünenberg einusGemeindepräsident Arnold Zimmermann begrüsste die Gäste und neckte die Herren aus Zug humorvoll: „Man dürfe feststellen, dass von Zug nicht nur Vorschriften und Unangenehmes komme sondern ab und zu auch etwas Erfreuliches…..“

Ehrlich gesagt, viel früher wäre auch keine Busverbindung möglich gewesen, denn die Strasse von Cham nach Hünenberg war grösstenteils löcherig und musste vorerst noch staubfrei gemacht und ausgebaut werden, was erst 1954 der Fall war.

Nachdem die Gemeindeversammlung 1962 beschlossen hatte, sich am Aktienkapital der ZVB zu beteiligen, war der Weg zu Verhandlungen am Zuger Busnetz mit Einbezug von Hünenberg offen.

Nach der Aufführung einer von Hedwig Bolliger verfassten Kindertheaterszene mitten auf der Strasse, in dem ein Fräulein auftrat und bemerkte, dass man von nun an auch bequem in Cham einkaufen könne, kam die grosse Stunde der Hünenberger Jugend. Die Schülerinnnen und Schüler durften die Busse in Beschlag nehmen. Die erste Gratisbusfahrt führte sie nach Oberägeri, wo die Kinder Gäste der dortigen Gemeinde waren bei Wurst, Brot und einem Getränk.

Buslinien im Laufe der Zeit

Bis zur Einführung der Stadtbahn im Dezember 2004 war Hünenberg mit der Buslinie 4 an das Netz der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) angebunden. Vom Bahnhof Cham aus führte die Linie abwechselnd über die Hünenbergstrasse oder via Luzernerstrasse–Bösch ins Dorfzentrum.

Mit dem Start der Stadtbahn Zug wurde das Verkehrskonzept neu strukturiert. Seither ergänzen sich Bahn und Bus gezielt:

  • Linie 41 (heute 641): Bahnhof Cham – Ehret
  • Linie 51 (heute 651): Bahnhof Rotkreuz – Hünenberg
  • Linie 46: Cham – Hünenberg – Sins. Diese Verbindung wurde Ende 2013 mangels Fahrgästen eingestellt.

Stattdessen wurde auf Wunsch der Bevölkerung im gleichen Jahr eine neue Direktverbindung zwischen Hünenberg See und Hünenberg Dorf getestet:

Renate Huwyler, die Gemeindepräsidentin, besteigt den Bus der Linie 44 Hünenberg - Zythus

  • Linie 44: Zythus via Eichmatt,, Sonnhalden- und St. Wolfgangstrasse wieder zurück zum Zythus.

Diese Linie wurde im Rahmen eines dreijährigen Versuchsbetriebs eingeführt, jedoch nach zwei Jahren auch wieder eingestellt – aus Spargründen des Kantons.

Als Ausgleich wurde die Linie 651 erweitert: Seit 2017 fährt der Bus ab Rotkreuz neu über folgende Route:

  • Dorfplatz Hünenberg
  • St. Wolfgangstrasse (mit Haltestellen Chrüzacher und Rony)
  • anschliessend über die Chamerstrasse zur Haltestelle Moos

Die heutigen Buslinien:

  • Linie 641: Cham Bahnhof → Hünenberg Ehret
  • Linie 648: (Knonau) → Cham Bahnhof → Hünenberg Bösch → Rotkreuz Bahnhof
  • Linie 651: Rotkreuz Küntwil → Rotkreuz Bahnhof → Hünenberg Rony
  • Linie 23: Ebikon → Root D4 → Gisikon-Root → Hünenberg Rothus

Dazu kommt die Linie N6 des Zuger Nachtexpress, die Nachtschwärmern jeden Freitag- und Samstagnacht um 01:04 Uhr und 02:04 Uhr ab Zug, Bahnhofplatz eine sichere Heimfahrt von Zug nach Mühlau bietet.

Weitere Informationen zum Nachtexpress

Text:        Patricia Diermeier, Urs Felix

Fotos:      Urs Felix, Thomas Müller

Sponsor:  SP Hünenberg

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