Station 4, Dräliken
Dräliken
Der Name Dräliken ist gebildet aus einem Personennamen und der Endung -iken, was im Althochdeutschen so viel bedeutet wie „bei den Höfen der Familie des …“.
Die -iken-Namen zählen in unserer Region zu den ältesten alemannischen Ortsnamen und reichen bis ins 7. oder 8. Jahrhundert zurück.

Der genaue Personenname im Vorderglied von Dräliken lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Geht man jedoch von der heutigen Namensform und der Mehrheit der historischen Belege aus, ergibt sich als althochdeutsche Grundform: *Trel-ing-hofun.
Diese Form lässt sich weiter zurückverfolgen auf *Treil-ing-hofun < *Tregil-ing-hofun und letztlich auf *Tragil-ing-hofun, was so viel bedeutet wie „bei den Höfen der Familie des Tragilo“.
Zwei der ältesten bekannten Belege finden sich in den Formen „traeriken“ (1416) und „Trerikon“ (1434).
Das älteste Wohnhaus
Das älteste noch bestehende Wohnhaus von Hünenberg steht am Mühleweg in Drälikon. Die Holzkonstruktion des Dachs stammt aus dem Jahr 1460, die Schwellen aus dem Jahr 1503.
Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Haus von Nachkommen der Hünenberger Familie Schmid bewohnt. Hier lebten unter anderem der Kundenmetzger Josef Schmid-Röthlin sowie später Xaver Schmid-Dossenbach mit seiner Familie.
Xaver Schmid war verantwortlich für die Wartung des ersten Pumpenhauses der Hünenberger Wasserversorgungs-Genossenschaft (mehr dazu bei Station #21). Dieses Pumpenhaus stand bis ins Jahr 2016 noch in Drälikon.
Auf dem Foto ist ein Teil der Familie von Xaver Schmid zu sehen: Marie (geb. 1927), Margrith (geb. 1929), Mutter Ida und Tochter Ida (geb. 1926). Das Haus hat noch keine Laube und keine Rundbogenfenster zur Gartenlaube beim Eingang. Sie wurden erst 1936 von Xaver angebracht.

Die Mühlen von Dräliken
Im Gebiet Hünenberg gab es im Mittelalter zwei Mühlen; eine davon in Dräliken am Mülibach. Sie wurde vermutlich für die Versorgung der Ritter von Hünenberg gebaut. Später diente sie den Bauern in der Stadelmatt.
1660 wollte Hans Jakob Waller die Mühle versetzen. Dies wurde von der Zuger Obrigkeit aber nicht bewilligt.
Die Bauern von St. Wolfgangs hingegen betrieben die Beugenmühle jenseits der Reuss bei Oberrüti.
fehlte – also gegenüber des Beugenranks.
Die erste Kläranlage
Das Pumpwerk Giessen war die erste Kläranlage von Hünenberg. Noch heute zeugen die Betonklärbecken von der einstigen Funktion dieser Anlage.

Zwar hatte Hünenberg bereits 1937 eine Abwasserverordnung erarbeitet, doch wurden Abfälle aus Haus und Stall sowie das gesamte Abwasser weiterhin in Jauche- oder Hausgruben geleitet. Von dort gelangte es gemeinsam mit der Jauche auf die Felder.
Erst ab 1968 konnten die Abwässer gereinigt in die Flüsse eingeleitet werden – mit der Inbetriebnahme der ersten gemeindlichen Kläranlagen in Giessen und an der Dersbachstrasse in Hünenberg See.
Nach 1970, mit der Gründung des Gewässerschutzverbands der Region Zugersee–Küssnachtersee–Ägerisee (GVRZ), wurde die zentrale Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schönau in Cham geplant und gebaut. Sie nahm ihren Betrieb 1977 auf.

Hünenberg wurde 1978 an die ARA Schönau angeschlossen. Doch erst seit 2001 wird das gesamte Abwasser aus Hünenberg nach Cham geleitet.
Damit konnten:
- die provisorische Anlage im Dersbach bereits 1985,
- und die Anlage im Giessen im Jahr 2001
ausser Betrieb genommen werden.
Letztere diente danach noch als Pumpwerk, wurde aber 2015 durch einen Neubau weiter nördlich ersetzt. Das neue Stufenpumpwerk verfügt über einen Speicherbehälter mit 200 m³ Volumen.
Gewässerschutzverbands der Region Zugersee–Küssnachtersee–Ägerisee (GVRZ)
Abwasser und Regenwasser getrennt
Das Pumpwerk Giessen war die erste Kläranlage von Hünenberg. Noch heute zeugen die Betonklärbecken von der einstigen Funktion dieser Anlage.
Zwar hatte Hünenberg bereits 1937 eine Abwasserverordnung erarbeitet, doch wurden Abfälle aus Haus und Stall sowie das gesamte Abwasser weiterhin in Jauche- oder Hausgruben geleitet. Von dort gelangte es gemeinsam mit der Jauche auf die Felder.
Erst ab 1968 konnten die Abwässer gereinigt in die Flüsse eingeleitet werden – mit der Inbetriebnahme der ersten gemeindlichen Kläranlagen in Giessen und an der Dersbachstrasse in Hünenberg See.
Nach 1970, mit der Gründung des Gewässerschutzverbands der Region Zugersee–Küssnachtersee–Ägerisee (GVRZ), wurde die zentrale Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schönau in Cham geplant und gebaut. Sie nahm ihren Betrieb 1977 auf.
Hünenberg wurde 1978 an die ARA Schönau angeschlossen. Doch erst seit 2001 wird das gesamte Abwasser aus Hünenberg nach Cham geleitet.
Damit konnten:
- die provisorische Anlage im Dersbach bereits 1985,
- und die Anlage im Giessen im Jahr 2001
ausser Betrieb genommen werden.
Letztere diente danach noch als Pumpwerk, wurde aber 2015 durch einen Neubau weiter nördlich ersetzt. Das neue Stufenpumpwerk verfügt über einen Speicherbehälter mit 200 m³ Volumen.
Retentsionsanlagen
Mit zunehmender Versiegelung durch Strassen, Vorplätze oder Dächer kann Regenwasser nicht mehr im Boden versickern. Es fliesst direkt in Schächte, Leitungen und Vorfluter. Bei starken Regenfällen kann das Leitungssystem dadurch überlastet werden, Bäche schwellen rasch an und treten teilweise über die Ufer.
Deshalb ist der Bau von Retentionsanlagen seit 2010 Pflicht. Diese sorgen dafür, dass nur ein dosierter Anteil des Regenwassers sofort abgeleitet wird. Der Rest wird zurückgehalten und zeitverzögert abgegeben.
So können:
- die Rohrleitungen kleiner dimensioniert bleiben,
- und die Hochwassersicherheit deutlich verbessert werden.
Die modernste, fahrbare Schnapsbrennerei
Noch bis ins Jahr 2009 gab es in Drälikon eine fahrbare Störbrennerei, die von Hof zu Hof zog, um aus angeliefertem Obst feine Schnäpse zu brennen.
Im Januar 1983 kaufte der Dräliker Lastwagenfahrer Hans Röllin eine mobile Schnapsbrennerei. Er modernisierte das Gefährt grundlegend:
- Er erstellte ein hydraulisch bewegbares Dach sowie einen beweglichen Kamin,
- erneuerte den Unterbau
- und installierte eine neue Brennblase mit 400 Litern Volumen.
Die beiden älteren Brennblasen wurden 1998 ersetzt, da der Schnaps aus der neuen Anlage deutlich feiner war. Zudem wurde die Anlage mit Katalysatoren ausgestattet, welche Blausäure und Urethan aus dem Destillat eliminierten – ein absolutes Novum für die Schweiz. So konnten in einem einzigen Arbeitsgang bis zu 930 Liter gebrannt werden.
Jeder Kunde, der mindestens 20 Kilogramm Obst oder Früchte anlieferte, erhielt daraus seinen eigenen Schnaps – individuell gebrannt und etikettiert.
1999 übernahm Hanspeter Röllin, der Sohn von Hans Röllin, die fahrbare Brennerei. In Spitzenjahren brannte er bis zu 20’000 Liter Schnaps jährlich für über 700 Kunden – von Boswil AG bis ins Muotatal SZ.
Im Jahr 2009 wurde die Störbrennerei an Franz Fassbind vom Stierlihof in Hitzkirch übergeben, wo sie bis heute in Betrieb ist.
Text: Patricia Diermeier, Urs Felix, Klaus Meyer, Guido Wetli
Fotos: Urs Felix, Solange Glutz, Hanspeter Röllin, Thomas Müller, Andreas Busslinger
Sponsor: Alpha Sign Hünenberg
